26. Mai 2016
Aktionswoche Schuldnerberatung v. 06.06. - 10.06.2016
In der Woche vom 06.06. bis 10.06.2016 findet die bundesweite Akionswoche Schuldnerberatung statt. Dabei wird diesmal Krankheit und Schulden in den Mittelpunkt gestellt unter der Überschrift:
"SCHULDEN MACHEN KRANKheit macht Schulden"

Mehr Informationen gibt es auf: http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de/

Anika Falke, Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. schreibt dazu:

”Der Zusammenhang zwischen Krankheit und Schulden zeigt sich in
verschiedenen Zusammenhängen“, erklärt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des
Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., der in Niedersachsen
in vier Kreisverbänden und acht Mitgliedsorganisationen Schuldnerberatung
anbietet. ”Zum einen haben überschuldete und einkommensarme Menschen ein
höheres Risiko zu erkranken, sowohl an körperlichen als auch an psychischen
Leiden. Andererseits zeigt die bundesweite Statistik, dass Unfälle,
Erkrankungen oder Sucht mittlerweile bei jedem zehnten Fall Grund der
Überschuldung sind.“ Dies wirke immer problemverschärfend, da dann auch die
eigene Handlungsfähigkeit angegriffen sei, was seriöse Studien eindeutig
darstellen.
Ein weiteres Problem sei, dass bei Beitragsrückständen bei der gesetzlichen
oder privaten Krankenversicherung die Versicherten keinen Anspruch auf die
kompletten Leistungen ihrer Versicherungen haben. Es würde nur noch eine
sogenannte Notfallversorgung erbracht. Weitergehende notwendige
Behandlungen würden nicht durchgeführt werden, da es keine Kostenübernahme
gäbe. ”Hier kann nicht mehr von einer bedarfsgerechten, sinnvollen
medizinischen Versorgung gesprochen werden“, sagt Birgit Eckhardt.
Studien zeigen, dass die soziale Schuldnerberatung einen stabilisierenden
und gesundheitsfördernden Einfluss auf die Betroffenen habe. Die
Wohlfahrts- und Fachverbände fordern daher den freien und kostenlosen
Zugang aller Ratsuchenden zur Schuldnerberatung, die auch entsprechend
finanziell abgesichert sein muss. ”Außerdem fordern wir den Gesetzgeber
auf, eine praktikable Lösung zu finden, damit Betroffene trotz bestehender
Beitragsrückstände sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten
Krankenversicherung Zugang zum Leistungsumfang der Regelversorgung erhalten
können“, betont Birgit Eckhardt. Ebenso müsse ein bezahlbarer Zugang für
Kleinselbstständige mit geringem Einkommen in der gesetzlichen
Krankenversicherung geschaffen werden. Prävention und Vorsorge sollte hier
zielgruppenspezifisch ausgebaut und finanziert werden.